Trennung- und was kommt jetzt?

Ostsee

Die Trennung vom Vater meiner Tochter liegt schon fast 6 Jahre zurück. Es soll hier keine Schuldzuweisungen geben, denn wir haben alle Fehler gemacht. Das Schlimmste an der Situation war, dass Emily erst 7 Jahre alt war. Sie ging in die 1. Klasse, hatte es schon schwer genug in der Klasse, da es eine Mädchenclique gab, die sie und andere Kinder jeden Tag mobbte. Dann kam die Trennung, am 6.12.2010.
Ein Befreiuungschlag, aber auch der Beginn einer harten Zeit, woller Hass, Intrigen, Anwälten, Gerichtsverfahren.
Wer leidet aber am meisten? Es sind die Kinder. Denn sie fühlen sich immer schuldig für das Scheitern einer Beziehung. Sie wollen immer und ihr ganzes Leben, dass ihre Eltern wieder zusammen sind, egal wie lange die Trennung zurückliegt.
Mein Exmann und ich haben uns direkt in neue Beziehungen gestürzt, ohne auch nur einmal die eigenen Gefühle zurückzustellen und zu schauen, dass es dem Kind gut geht.
Wir haben uns bekriegt, denn ich wollte direkt wegziehen, mit unserem Kind.
Und so ging er los, der Kampf vor Gericht, monatelang. Es folgte der Besuch vom Jugendamt zu Hause. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sich das angefühlt hat. Wir hatten uns „lediglich“ getrennt, wie leider jede 3. Familie in Deutschland. Dann kam eine fremde Person nach Hause und wollte sehen, wie es bei uns so aussieht und wie es dem Kind geht. Ich fühlte mich so schlecht, denn ich wußte und weiß es, ich bin eine gute Mutter.
Ja, mein Umfeld hat oft gesagt: “ Dein Job ist überhaupt nicht familienfreundlich.“ Aber hej: Ich bin seit 18 Jahren für diese Gesellschaft im Einsatz, habe einen Job, den ich liebe. Ich habe das große Glück, Teilzeit arbeiten zu können. 50%, Muttifliegen, bin 21 Tage zu Hause. Kann mich um mein Kind und das Pubertier kümmern. Wo kann man das schon? Heutzutage geht es allein erziehenden Müttern doch wirklich nicht gut. Es ist ein täglicher Kampf um Anerkennung, Hilfe, Aufmerksamkeit.
Ich kann nach dieser ganzen Zeit wirklich sagen, dass es die richtige Entscheidung war. Ich komme aus einer intakten Familie, meine Eltern und ich sind gemeinsam durch Höhen und Tiefen gegangen.
Wenn man Kinder hat, trennt man sich nicht so einfach. So war es eben auch bei uns. Ich habe wirklich lange für diese Ehe gekämpft. Wir waren sehr gute Schauspieler, wir konnten uns im Auto fetzen, vor Anderen spielten wir das perfekte Paar. Deshalb kam die Trennung für viele unserer Freunde auch wie aus heiterem Himmel. „Was? Ihr? Ihr seid doch das Traumpaar?“ Nein, das waren wir schon lange nicht mehr. Wir haben uns verloren, statt dafür zu kämpfen, hatten wir die Ehe schon lange aufgegeben und uns immer weiter voneinander entfernt.
Eines kann ich mit Sicherheit sagen, ich habe meinen Exmann niemals betrogen. Denn so etwas erlebe ich in meinem beruflichen Umfeld sehr häufig, aber ich lerne immer mal wieder verheiratete Männer kennen, die sich niemals von ihrer Frau und der Familie trennen würden. Was suchen sie? Eine Affäre, aber der sichere Hafen wird nicht verlassen.
Ich denke auch, dass Frauen sich eher trennen als Männer. Dieser Bericht soll jetzt nicht mit irgendwelchen Statistiken enden, dafür ist mein ganzer Blog nicht gedacht. Ich schreibe aus meinem Leben, nach der Trennung, wie es dann weiter ging, über aktuelle Themen, gebe gerne Hilfestellung und Adressen weiter, die mir geholfen haben, wieder auf die Beine zu kommen. Denn am Anfang ist er da, der riesige Scherbenhaufen.
Dafür habe ich einen tollen Spruch gefunden.

I´m not giving up, I´m just starting over.

Eure Sandra

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Ich heiße Sandra, bin 43, Sternzeichen Waage. Ausgeglichen bin ich, aber auch manchmal wie ein Fähnchen im Wind, schmeiße gerne Pläne innerhalb kürzester Zeit um, sehr zum Ärger meiner Familie, die sehr strukturiert ist.

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