Pubertät- wer hat das erfunden?

Wie war euer Weihnachtsfest? Schön? Ruhig? Feuchtfröhlich? Ich hatte eine schöne Zeit mit meinen Eltern und durfte eine Woche Kind sein. Essen, trinken, schlafen, die Wege waren sehr übersichtlich und kurz. Zum Glück muss ich noch nicht in die Uniform steigen, könnte eng werden. Da hat doch wieder jemand die Sachen heimlich enger genäht. Nun ja, ich denke, fast alle von uns haben ein ähnliches Problem nach Weihnachten. Die Klamotten sind alle eingelaufen. Da kommen die Vorsätze für das neue Jahr gerade richtig: neue Klamotten kaufen.

Wie meine aufmerksamen Leser wissen, hat das Kind ja Weihnachten beim Papa gefeiert. Inzwischen kommen wir ganz gut zurecht, haben gelernt unsere Befindlichkeiten hintenan zu stellen, denn wir sind nun mal Eltern eines gemeinsamen Kindes. Es brauchte viele Jahre. Sind wir mal ehrlich, es gibt nicht viele Familien, die es gleich und reibungslos hinbekommen, nur die Familien, die ihr Leben mit einem Filter und vielen Hashtags versehen. Dabei ist es meistens alles Fassade, unter jedem Dach ein Ach, wie meine Mama ganz oft sagt.

Nun ja, Bescherung hatten wir schon vorher gemacht. Die Geschenke kamen altersgrecht an. Die Zeiten, in denen Teenager jubelnd um den Baum laufen, ist wohl vorbei. Hätte ich Justin Bieber organisiert, dann hätte das sicherlich geklappt. Oder einen dieser BadBoysRapper, die jetzt in ihrem Zimmer wohnen und deren Texte zu 90 Prozent aus Fäkalsprache bestehen. Man, ich wünsche mir Volker Rosin zurück. Da war die Welt noch in Ordnung. Beim Gorilla mit der Sonnenbrille war ich safe, vor den Rappern muss ich laufen, wenn man hört, was sie mit der Mutter machen wollen.

Natürlich habe ich dem Kind gesagt, es möge dann bitte ihre Großeltern abends anrufen. Das ist das Mindeste, was man von den Kindern erwarten kann. Geschenke können sie nicht genug bekommen und schnellstens aufreissen, aber ein Telefon in die Hand nehmen und anrufen? Das ist fast so unmöglich, wie den Himalaya zu besteigen. Egal, bei wem sie sich aufhalten, es ist immer und jedes Jahr das Problem und produziert einen Streit.

Als ich dann eine Nachricht vom Vater des Kindes bekam, konnte ich schon am Wortlaut erkennen, die Lust auf „Hallo“ war grandios und groß. Das ist nicht lustig, das ist so schmerzhaft, als wenn jemand das Herz rausholt. Ich finde, wir sollten auch nicht immer alles auf die Pubertät schieben. Die Kinder versuchen sich abzunabeln. Hier herrscht gerade extremes „Antimama- Programm“. Das ist eben so, auch wenn es weh tut. Papa ist eh der Coolste und seine Familie sowieso. Umso besser, dann kann ich nächstes Jahr ein Ticket sparen und alleine in den Urlaub fahren.

Dann, irgendwann, kam der Anruf. Sie flötete ins Telefon und wünschte meinen Eltern ein schönes Weihnachtsfest. Puh, Mission erfüllt, was auch immer ihr Vater ihr gesagt hatte. Freiwillig war das nicht.

Dann war ich an der Reihe. Das Gespräch dauerte nicht mal eine Minute. In der Kürze liegt die Würze, dachte sie sich wohl. Kein Wunsch für ein schönes Weihnachtsfest, nichts. Stattdessen wurde dezent darauf hingewiesen, dass das Kleid, welches sie sich ausgesucht und ich extra für Weihnachten gekauft hatte, total „Kacke“ aussieht. Ich dachte, ich höre nicht richtig. Vor einer Woche fand sie es noch traumhaft und bedankte sich überschwänglich. Aber das Kind muss auch immer nachtreten, wenn die Mutter mal wieder nicht so handelt, wie es sich das wünscht. Denn im Nachsatz kam, dass sie es jetzt erst einmal umnähen lassen würde mit der neuen Frau ihres Vaters.

Ich liebe diese Dankbarkeit, es ist ja auch nur eine dieser vielen Phasen.

Pubertät- kann man das umtauschen? Mist, die Frist ist verstrichen. Dann wird das wohl noch die nächsten Jahre so gehen. Zeit für Yoga! Dringend!

 

In diesem Sinne! 2018 wird besser! Hoffentlich!

 

Eure Sandra

 

 

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Ich heiße Sandra, bin 43, Sternzeichen Waage. Ausgeglichen bin ich, aber auch manchmal wie ein Fähnchen im Wind, schmeiße gerne Pläne innerhalb kürzester Zeit um, sehr zum Ärger meiner Familie, die sehr strukturiert ist.

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