Aufklärung oder wie war das mit den Bienen?

Ich hatte nie Angst vor wachsenden Brüsten, der kompletten Veränderung des Körpers, der Frage: „Mama, hatten Papa und du eigentlich Sex?“ Aber dass es heutzutage so früh bei den Mädels losgeht, habe ich nie gedacht. Tja, extrem falsch gedacht.
Ich kann nur sagen, sie kam bereits schon in der 4. Klasse.
Ich kann mich noch genau an den Morgen erinnern. Wer träumt nicht davon, darauf zu antworten, morgens um 7 Uhr, mit einem Bein noch im Bett, der Körper schreit nach Kaffee. Und dann steht man an der Ampel, die Jungs des Gymnasiums werden durch das Mäuschen abgecheckt. Aus dem Nichts heraus kam sie, die langersehnte Frage. Nachdem ich vor lachen fast in das Lenkrad gebissen habe, sagte ich: „Ja Emily, sonst würde es dich ja nicht geben.“ Stille, im hinteren Teil des Autos. Schock? Eingeschlafen? Ausgestiegen? Nein, ihr Gehirn arbeitete auf Hochtouren, bevor sie mit der passenden Antwort rausschoss. „Mama, das ist so ekelhaft.Kinder möchte ich, aber niemals Sex.“ Ich dachte, dass ihr Papa bestimmt hell erfreut sein würde, denn schließlich dulden Mädchenpapas keine „Männer“ in der Nähe ihrer Töchter. Nun gut, ich war und bin ja die Mama und wußte, dass mein Kind mich alles fragen und immer zu mir kommen kann. Das habe ich ihr dann auch sofort gesagt, nur sie mußte erst mal den Schock, dass sie das Ergebnis von Sex zwischen Mama und Papa war. Damit war auch der 1. Schritt getan. Kein Quark mehr im Schaufenster, keine Story von Bienchen und Blümchen. Das war einmal, das kann man den Kindergartenkindern erzählen.
Dann gab es auch schon die erste Aufklärung in der Schule. An dieser Stelle möchte ich der coolsten Grundschullehrerin ever danken, die einen so wunderbaren Job gemacht hat, auch in dieser Hinsicht. Frau M., sie sind die Beste!
Denn auch die Liebe und der Sex zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen wurde angesprochen. Ja,Frauen lieben Frauen, Männer lieben Männer, und ist genauso okay, wie Liebe zwischen Mann und Frau. Und das habe ich Emily von Anfang an vermittelt. Ganz ehrlich: Jede Frau braucht einen schwulen Freund, das ist so wichtig wie die Luft zum atmen. Und jetzt liebe Mädels und Frauen, solltet ihr noch keinen schwulen Freund haben, wird es Zeit!

Eure Sandra

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Ich heiße Sandra, bin 43, Sternzeichen Waage. Ausgeglichen bin ich, aber auch manchmal wie ein Fähnchen im Wind, schmeiße gerne Pläne innerhalb kürzester Zeit um, sehr zum Ärger meiner Familie, die sehr strukturiert ist.

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